... 10, 9, 8, 7, 6, 5, 4... und 18!!!
Je weniger um so mehr? Alles klar? Nein? Na, ich zähl’ die Tage und sag’ nur ein Wort:

INDIEN!
Am 18. diesen Monats geht’s los und ich fliege mit drei Schülern nach Kalkutta/Indien. Ihr könnt euch vorstellen, dass zur Zeit kein Thema so vorherrschend ist, wie das der Auslandseinsätze. Die Schüler sind schon ganz aufgeregt. Was wird auf sie zukommen? Wie wird es in der Mongolei sein, im Oktober, wo die Nächte schon leicht bis -20 Grad kalt werden können? Auf den Philippinen, wenn der Monsun uns erwischt und wir mit dem Auto

plötzlich durchs knietiefe Wasser weiter fahren müssen? In China nach der Olympiade? In den USA/Texas mit Schlangen und Skopionen im Vorgarten? Die Armut, wird sie uns erschlagen? Werde ich mit der Kultur zurecht kommen? Wie verständige ich mich ohne Sprache? Fragen ohne Ende, bei der die eine oder andere auch nach guter Vorbereitung unbeantwortet bleiben wird.
Mongolei, China, USA, Philippinen, Österreich und Indien sind die Zielnationen। Als kleine Teams werden wir dort 6 Wochen unterwegs sein. Hauptsächlich um unsere dort langfristig bestehenden Dienste von HELP International e.V. zu unterstützen. Ausgenommen Indien, denn da ist HELP nicht vertreten. Was also machen wir dort?

Wie im letzten Rundbrief erwähnt, haben wir als Gemeinschaft guten Kontakt zu Huldah Buntain. Sie lebt seid 50 Jahren in Kalkutta und hat dort mit ihrem Mann einen großen Dienst an Armen und Bedürftigen aufgebaut (Calcutta Mercy Ministries - www.buntain.org/about.html). Er umfasst Krankenhäuser, Armenspeisungen, Blindenschulen, Bibelschulen, Gemeindebau, schulische und berufliche Ausbildungen... allein durch das Speisungsprogramm werden täglich 25.000 Menschen versorgt. Ein Dienst, der um die 240 Millionen Menschen verantwortet!
Huldah hat uns schon mehrmals eingeladen und um Einsatzteams gebeten. Dem wollen wir nun endlich nachkommen. Für mich persönlich ist dies natürlich eine ganz besonders wertvolle Gelegenheit und Zeit. Wie ihr wisst, liegt mir dieses Land und seine Menschen besonders am Herzen. Aber es ist nicht nur die Begeisterung wieder einmal nach Indien zu kommen, sondern mehr noch die Freude über die wachsende Beziehung zwischen zwei Gemeinschaften und Missionswerken, die sich hier entwickelt.
Für mich sehe ich meinen Platz in der FCJG und somit auch bei HELP International. Da HELP keinen Dienst in Indien hat, war für mich immer die Frage, wie ich denn dann mal nach Indien komme? Es gab auch keinerlei Entwicklung aus unserer Gemeinschaft Richtung Indien. Jetzt allerdings wird die Beziehung zwischen uns und Huldah (somit zwischen Deutschland und Indien) stärker. Ich glaube, dass sich hier etwas für die Zukunft entwickelt. Ich weiß nicht genau was, aber irgendwie empfinde ich, dass es über einen einmaligen Einsatz hinausgehen wird. Das begeistert mich natürlich sehr.

So machen wir (4) uns also am 18. September auf nach Kalkutta. Das liegt im indischen Bundesstaat Westbengalen. Wir werden eine längere Zeit vor Ort mit in die Arbeit einsteigen und sie unterstützen. Dann geht es in angrenzende Bundesstaaten, in

denen es weitere Dienste gibt. Nördlich in die Berge nach Sikkim/Gangtok oder Darjeeling, südlich nach Orissa/Puri und westlich Jharkhand/Ranchi. Theoretisch! Das war mal das, was Huldah mir mitteilte als sie im Mai hier bei uns war. Praktisch habe ich bis jetzt keine genaueren Informationen. Huldah ist eine international begehrte Sprecherin und ständig unterwegs (mit ihren über 80 Jahren :-)). So war es

schwierig über E-Mail mehr zu erfahren. Weiter nicht schlimm, denn das ist auch ein stückweit typisch Indien; nichts ist vorhersehbar :-)! Lassen wir uns überraschen. Solange wir vom Flughafen abgeholt werden und einen Schlafplatz für die erste Nacht haben, ist alles in Ordnung (mein Vorteil, dass ich lange genug in Indien gelebt habe, um mich dort zurecht zu finden).
Ihr seht, es fängt gleich spannend an und so wird es wahrscheinlich auch bleiben. Ich freue mich darauf und wir alle sind gespannt auf die Zeit, die vor uns liegt. Es wäre echt toll, wenn ihr während unserer Einsatzzeit an uns denkt und mit betet. Indien ist ein Land voller Gegensätze. Es wird nicht einfach sein, die Spanne zwischen arm und reich auszuhalten. Oft weiß

man nicht, wie man auf die schreiende Armut reagieren soll. Die Kultur ist so weit von unserer entfernt. Man fühlt sich fremd und fehl am Platz. Dazu kommt die Sprachbarriere. Wie finde ich mich zurecht, wenn ich mich nicht verständigen kann? Wie stille ich meine Bedürfnisse, wenn ich sie nicht mitteilen kann?
Da ich in Indien gelebt habe, die Sprache etwas spreche, wird vieles für mich viel einfacher sein. Aber für die Schüler können einfache Dinge eine große Herausforderung werden. Da können wir euer Gebet echt gebrauchen. Auch für mich, die ich das Team leite.
Mein größtes Bedenken ist, dass ich evtl. bei Fragen, Ängsten, schwierigen Umständen... nicht genug auf die Schüler eingehe, da mir vieles so bekannt und vertraut ist. Vielleicht ist es aber auch genau umgekehrt; dass ich dadurch den großen Vorteil habe bestimmte Situationen schon im Vorfeld genauer einzuschätzen, um die Schüler darauf besser vorbereiten zu können. Wer während der Zeit verbindlich für uns beten möchte, der kann sich gerne für konkrete Gebetsanliegen melden. Wäre echt toll!
Bis auf zwei Dinge sind die Vorbereitungen soweit für Indien schon abgeschlossen. Wir haben die Flüge gebucht, das Visum in unseren Pässen, uns mit der Kultur auseinander gesetzt, die Packliste erstellt, als Team näher kennen gelernt, Impfungen über uns ergehen lassen, Auslandskrankenversicherungen abgeschlossen, gebetet, gesungen ... Noch nicht abgeschlossen ist die Finanzsituation und die Planung der Zeit in Indien. Bitte betet doch jetzt mit uns intensiv, dass wir noch die fehlenden Finanzen für die Flüge etc. bekommen und dass ich von Huldah konkretere Informationen erhalten. Für die Berge (Ausläufer des Himalajas) brauchen wir nämlich im Oktober schon Kleidung für nur 10 C° wo man in Kalkutta noch ohne weiteres in kurzer Hose rumlaufen kann. Fahren wir mit dem Zug die 11 Stunden nach Darjeeling für einen Spottpreis, oder müssen wir das teure Flugzeug nehmen? Ihr seht, es braucht einfach ein paar praktische Infos, um uns besser vorbereiten zu können. Aber Gott ist immer treu und wird für alles Sorge tragen, wie wir es auch die Tage erleben:
S. brauchte 1100 Euro für den Einsatz nach Indien. Er hat kaum Leute, die er kennt und ihn evtl. hätten unterstützen können. Allein das monatliche Schulgeld aufzubringen war für ihn schon eine große Herausforderung. Es brauchte wirklich ein Wunder. Im Team beteten wir gemeinsam. Ich ermutigte ihn, nicht aufzugeben und Gott zu vertrauen. Kurz bevor der Flug nun endgültig bezahlt werden musste, meldete sich ein Schulinteressent bei uns, der vor kurzem da war und sich die Schule angeschaut hatte. Er teilte uns mit, dass er nächstes Jahr doch nicht kommen würde, er aber gerne den Einsatz für S. finanzieren möchte! Wow, für Gott ist nichts unmöglich und er findet immer einen Weg.
So erleben viele Schüler in diesen Tagen wie Gott zu seinem Wort steht und sie versorgt mit allem, was sie brauchen. Diese Erfahrungen sind besser als jede Lehreinheit über Finanzen und dem Leben aus Glauben.
OK. Soweit mal über unseren Einsatz.
Ansonsten geht es mir gut. Wie immer ist hier viel los.
Die Schule hatte im August zwei Wochen geschlossen und die Schüler nutzten die Zeit, Familie und Freunde wiederzusehen. Ich bin währenddessen mit unserem Schulstand nach Leipzig auf eine internationale Jugendkonferenz. Das war sehr gut und wir hatten viele gute Gespräche. Ich habe eine Pakistani (sie sind den Indern sehr ähnlich) und Jamaikaner kennen gelernt... siehe Fotos. Es kamen eine Menge interessierter Leute am Stand vorbei und manche waren nun auch schon hier, um sich die Schule mal anzuschauen.
Danach bin ich dann auch in den Urlaub. Es war eine fast erholsame Zeit. Leider hatte es mit einem Strandurlaub nicht geklappt, aber die Tage mit Freunden und Familie waren auch sehr schön.
Kaum aus dem Urlaub zurück, ging es steil in eine weitere Evangelisationswoche. Jeden Tag waren wir wieder in der Innenstadt unterwegs. Das Ganze endete erneut mit einem Grillfest für unsere Freunde von der Straße und jeden, der sich einladen ließ.
Das war’s für eine längere Zeit. Ich melde mich erst wieder nach Indien im November. Wäre toll, wenn ihr in den kommenden Wochen im Gebet mal an uns denkt, auch wenn’s “nur” zwei Minütchen sind. Danke!
Ach ja... ich habe neuerdings eine eigene Internetseite:
www.petfed.blogspot.com
Während der 6 Wochen Indien werde ich dort Neuigkeiten einstellen (sollte ich Internetzugang haben). Dort könnt ihr euch dann über unseren “Zustand” :-) informieren.
Alles Liebe euch,